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Veilchen wie Vrühling   2026.03.25

Kunstwerk "Blüte des Duftveilchens"Kunstwerk "Blüte des Duftveilchens"Duft- oder Hundsveilchen? Das war die Frage, wenn wir als Kinder im Frühling endlich durch Wiesen und Felder streifen konnten. Und auch als Erwachsener kann ich den Dufttest kaum lassen, wenn ich ein blaues Veilchenblüte sehen. Denn beide Veilchenarten sehen sich ähnlich und die Unterscheidungsmerkmale, z.B.  Blühzeit (DV März bzw. HV April), Standort (schattiger Waldrand - offene trockene Wiese), Wuchsform (Ausläufer bildend – horstig) und Blütenfarbe (das Hundsveilchen hat ein etwas helles Blau) lassen manchmal zweifeln.

Keine Zweifel aber lässt der Duft. Er hat das Duftveilchen (Viola odorata) zum Hauptdarsteller gemacht und das Hundsveilchen (Viola canina) zum Komparsen. Viele berühmte Parfums enthalten Veilchenduft und das Internet hält einen Vergleich der 10 besten Veilchenduftparfums bereit. Beide Veilchenarten sind essbar und können z.B. kandiert werden oder als Dekoration dem Salat beigegeben werden. Die Blüten schmecken nicht nur uns Menschen. Über Nacht kann es passieren, dass ganze Veilchenteppiche ihrer Blüten ledig geworden sind, weil sich die Schnecken an ihnen gelabt haben. Deswegen hatte ich kaum Fotomaterial, als ich mich für den Veilchenblog entschieden habe. Die Schnecken waren schneller.

Hundsveilchen (Viola canina) auf einer Vorgartenwiese in EssenHundsveilchen (Viola canina) auf einer Vorgartenwiese in EssenSchon aus Platzgründen will ich es mir ersparen, die vielen Spuren, die das (Duft-)Veilchen im Leben der Menschen und in Geschichte, Literatur und bildender Kunst hinterlassen hat, hier aufzuzeichnen. Dazu gibt es eine liebevoll gemachte Website www.gartenveilchen.de der Gartenautorin Maria Mail-Brandt, die keine noch so fern liegende Frage offen lässt.

Die Blüte des Duftveilchens ist ein kleines Kunstwerk der Natur. Es hat die typische Stiefmütterchenform (aber als Miniatur) und die fünf dunkelviolettfarbenen Kronblätter bilden eine 2 cm große Krone. Auf dem hellen Grund der Blüte finden sich die orangenen Geschlechtsorgane, von denen aus eine dünne blassviolette Aderung entspringt. Die zwei seitlichen Blütenblätter sind mit einem kurzen weißen Bart geschmückt. 

Es gibt unzähliger Sorten des Duftveilchens, von denen die bekannteste „Königin Charlotte“ ist. Angesichts der Versamungsfreudigkeit des

 

Veilchens ist es jedoch schwer, Sortenreinheit zu erhalten.  Denn im Garten ist das Duftveilchen nicht berechenbar. Die Ameisen tragen die Samen irgendwohin und oft finden sie sich dann zum Ärger des Gärtners mitten in anderen Stauden. Veilchen wieder zu entfernen ist Blaues Galmeiveilchen ((Viola guestfalica) "Blaue Blume von Blankenode"Blaues Galmeiveilchen ((Viola guestfalica) "Blaue Blume von Blankenode"nicht ganz einfach, weil sie ein sehr tiefreichendes festes Wurzelsystem ausbilden. Über Ausläufer breitet sich das Veilchen zusätzlich aus. Bei mir wächst es - geduldet - auf nicht zu trockenem Grund, meist an Beeträndern oder auch am -Rand des Rasens.

Weniger bekannt ist, dass es noch rund 500 anderer Veilchenarten gibt, darunter zwölf, die in Deutschland vorkommen. In meinem Garten habe ich davon nur das Sumpfveilchen (Viola palustris) in der kleinen Wiese nahe dem wechselfeuchten Graben, das im Sommer altrosa blüht (Leider kein Foto). Auf Hinweis der Website der Gärtnerei Gaißmayer habe ich Engelstrompeten (Datura) im Topf mit Parmaveilchen (Viola suavis) unterpflanzt. Das Ziel, durch dichten Wuchs unerwünschte Gräser etc. zurückzuhalten, wurde zwar erreicht. Bislang hat das Parmaveilchen aber noch nie geblüht, so dass ich auch nicht über den angeblich einmaligen Duft berichten kann. Die Befassung mit dem Blog bringt mich jetzt auf den Gedanken, es einmal im Wintergarten und draußen auszupflanzen – vielleicht kann ich dann auf Duft hoffen.

Wie anpassungsfähig die Natur ist, zeigt das Galmeiveilchen, von dem es eine gelbe Variante aus dem Raum Stolberg/Eifel ((Viola calaminaria) und eine blaue aus dem Kreis Paderborn (Viola guestfalica) gibt. Das Besondere: Dieses Veilchen verträgt nicht nur das Gift von Schwermetallen wie Zink und Blei, sondern es braucht geradezu schwermetallbelastete Böden, um gedeihen zu können. Galmei ist Eines der vielen Veilchen des Alpenraums: Dubys Veilchen (Viola dubyana); Foto: Florian KirchhofEines der vielen Veilchen des Alpenraums: Dubys Veilchen (Viola dubyana); Foto: Florian Kirchhofder alte Name eines zinkhaltigen Mischerzes.

Zahlreiche Veilchenarten gibt es im alpinen Raum. Eines der schönsten ist Dubys Veilchen.

„Veilchen wie Vrühling“ habe ich getitelt. Stimmt nicht ganz. Denn es gibt viel mehr Veilchenarten als nur das Duftveilchen und es gibt auch Arten, die erst später blühen.

Zur Galmeivegetation: https://www.umwelt.nrw.de/themen/naturschutz/natur/biologische-vielfalt-und-biodiversitaetsstrategie-nrw/artenhilfsprogramme/galmeivegetation

Bezugsquellen: Duftveilchensorten u.a. https://www.gaissmayer.de; Parmaveilchen Rühlemann’s  https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de

 

 

 

 


 

Ein seltener Gartengast, die Ungarische Zeitlose, gen. Velebit Star  2026.02.16

Die Anzahl der bereits im Januar/Februar im Garten blühenden Staudenarten hält sich in Grenzen. Mit Ausnahme der wintergrünen Christrose, (Helleborus niger) zählen alle zur Gruppe der Geophyten, also der Pflanzen, die frühzeitig austreiben und blühen und sehr schnell ihre Vegetationsperiode wieder beenden, wenn der Lichteinfall geringer wird, weil sich an ihrem Naturstandort das Blätterdach der Bäume schließt oder die Grasnarbe zu hoch wird. Schneeglöckchen, Krokusse, Frühlingsalpenveilchen und Märzenbecher sind es, die uns mit ihren kleinen Blüten bereits Anfang Februar erfreuen. Das war es dann aber auch. Umso mehr finde ich es schade, dass man sie nur in wenigen Gärten sieht.

Angesichts der geringen Zahl von Jahresanfangblühern unter den Stauden ist es kein Wunder, dass sich die Liebe vieler Gartensüchtiger auf das Schneeglöckchen stürzt, mit der Folge, dass neben den 24 Wildarten inzwischen mehr als 1000 Schneeglöckchensorten entstanden sind.

Foto Mitte Januar: Die Blüten sind noch klein; davor eine abgeblühte Blüte mit rosa-lila Farbanflug außen, die viel größer ist.Foto Mitte Januar: Die Blüten sind noch klein; davor eine abgeblühte Blüte mit rosa-lila Farbanflug außen, die viel größer ist.In den beiden ersten Monaten dieses Jahres habe ich aber gelernt, dass es doch noch etwas anderes außer dem Bekannten gibt. Bei einem Besuch Mitte Januar machte mich mein Sohn auf eine aufblühende winzige Pflanze in meinem kleinen Steingartenhang aufmerksam. Es war die Ungarische Zeitlose (Cholchicum hungaricum). Sie kommt wild nicht nur in Ungarn, sondern auch auf dem Balkan vor, z.B. im kroatischen Küstengebirge des Velebit, und wird daher von manchen Gärtnern Großbritanniens als „Velebit Star“ vermarktet.

Ich habe den Star erst im zweiten Versuch erkannt; so klein waren zu diesem Zeitpunkt die Blüten. Maximal 1 cm maßen die sechs Blütenblätter. Aber im Lauf der langen Blütezeit der Pflanze - denn nicht täglich kommt in Winter ein bestäubungswilliges Insekt vorbei - sind die sich sternförmigen flach ausbreitenden Blütenblätter auf etwa 2 cm Länge angewachsen, so dass die kleine Zeitlose bei der Blütengröße mindestens mit den im Garten in der Nähe stehenden Winterlingen mithalten können. Auffällig sind in der weißen Blüte die schwarz-purpurfarbenen Staubbeutel.

In Deutschland ist der Velebit Star nicht ganz einfach zu erwerben. Erst recht gilt das für eine schwach violett blühende Sorte namens ‚Valentine‘, die neben der weißen Blütengrundform gelegentlich im Handel sein soll.

Prägnant,  die schwarz-purpurnen Staubbeutel im weißen sechszähligen Stern der aufgeblühten Ungarischen Zeitlose. Den Schnecken schmeckt das Zeitlosengift. Prägnant, die schwarz-purpurnen Staubbeutel im weißen sechszähligen Stern der aufgeblühten Ungarischen Zeitlose. Den Schnecken schmeckt das Zeitlosengift. Mein Sohn, der das Velebit-Gebirge schon öfter erwandert hat und dabei wohl eine kleine Schwäche für diese Zeitlose entwickelt hat, konnte eine weiß blühende Pflanze auf einem Pflanzenmarkt ergattern und hat sie, von mir unbemerkt, vor zwei Jahren in meinen kleinen Steingartenhang gepflanzt. Eine schöne Überraschung! Gegen solche Überraschungen habe ich keine Einwände. Schließlich hat er es diesmal nicht mit dem wunderschön blau blühenden, insektenfreundlichen, aber übel wuchernden Kaukasischen Beinwell (Symphytum azureum) gemacht.

Allerdings, ausbreitungsfreudig könnte auch der Velebit Star sein. Auf der Website „Kroatiens Fauna und Flora“ findet sich der Hinweis, dass Dalmatiens Wiesen im Januar und Februar mit den kleinen weißen Sternen der Ungarischen Zeitlose übersät seien. Die Standortbedingungen in meinem kleinen Steingartenhang könnten passen: Sonne, kalkreicher, lockerer Boden, im Sommer eher trocken!

Solche massenhaften Bestände kennt man auch von anderen Geophyten, wie den Schneeglöckchen, die deswegen zurzeit meinen Garten prägen.

Die Gartenpartie des Januarblogs: im Februar dominieren die Schneeglöckchen.Die Gartenpartie des Januarblogs: im Februar dominieren die Schneeglöckchen.Das Schöne aber ist, dass die Geophyten verschwinden, wenn die anderen Pflanzen sie überwachsen, auch wenn man gelegentlich etwa nachhelfen muss. Warum also nicht einmal an passendem Standort den Velebit Star ausprobieren statt der tausendeinundfünfzigsten Schneeglöckchensorte. Schließlich ist die Sternblütenform zu Beginn des Gartenjahrs einmalig.

Literatur mit vielen Details: https://kroatiens-fauna-und-flora.org/index.php?title=Colchicum_hungaricum_Janka,_1886

Bezugsquelle: Zwiebeln https://www.floralpin.de/

 


 

Gelbgrüne Heuchera: Eine Füllstaude als Star   2026.01.21

Der Begriff der „Füllstaude“ ist ein wenig unfreundlich. Er bedeutet, dass mit einer derartigen Pflanze Lücken im Beet geschlossen werden. Sie selbst soll eher unscheinbar sein, um die anderen Stauden desto besser hervorzuheben zu können. Gibt man den Begriff „Füllstaude“ im Internet ein, so wird unter anderem die Gattung Heuchera als ein Beispiel erwähnt.

Die Ursprungspflanze an der Ecke zum Zaun des Nachbarn und der Garage agf dm Scheitel der Trockenmauer wird immer ein wenig verkleinert, um den Leberblümchen links daneben Licht zu lassen.Die Ursprungspflanze an der Ecke zum Zaun des Nachbarn und der Garage agf dm Scheitel der Trockenmauer wird immer ein wenig verkleinert, um den Leberblümchen links daneben Licht zu lassen.Von der Gattung Heuchera spielte in unseren Gärten lange Zeit nur das Blut-Purpurglöckchen (Heuchera sanguinea) eine Rolle, das vor allem wegen seiner korallenroten Blüten empfehlenswert ist und den Gattungsnamen Purpurglöckchen geprägt hat. Dann aber gab es seit etwa 20 Jahren eine explosionsartige Vermehrung neuer Heuchera-Sorten, bei denen weniger die Blüten als die Blattfarben für die Auswahl wesentlich sind. Vor Jahren erhielt ich eine Pflanze der neuen Heuchera-Sorten geschenkt, die vorher als Dekoration in einer winterlichen Saalveranstaltung zur preisgünstigen Ausschmückung der Bühne gedient hatte und sonst im Abfall gelandet wäre. Diese Pflanze hat sich in meinem Garten zu einem kleinen Schattenstar entwickelt.

Der Grund ist die außergewöhnlich kräftige, helle gelbgrüne Farbe der weichen, am Rand gelappten ganzjährigen Blätter. Jetzt im Winter Aufleuchten in der WintersonneAufleuchten in der Wintersonneheben sie sich stark vom umgebenden abgestorbenen Laub oder anderen wintergrünen Stauden ab und leuchten daraus hervor, insbesondere, wenn die blattlosen Gehölze die Wintersonne durchscheinen lassen. Das kann so schön kaum eine andere Pflanze. Und im sommerlichen Schatten hellen sie die dunklen Stellen auf. So ist die Pflanze in jeder Jahreszeit gut fürs Gemüt. Von wegen Füllstaude!

Die Blüten erscheinen im Spätsommer und Herbst, sind nicht purpurn, sondern weiß bis cremegelb und winzig und stehen in hohen rispenförmigen Blütenständen bis 50 cm über den Blättern. Das sieht hübsch aus, aber dennoch machen die Blattfarben die Attraktivität der Pflanze aus.

Die Heucherapflanzen machen kaum Probleme. Schnecken verschonen sie zwar nicht völlig, aber Heuchera gehören gewiss nicht zu ihrer Lieblingsspeise. Zum Blattwechsel im Frühjahr kann man die alten Blätter aus optischen Gründen zurückschneiden. Der Standort sollte nicht total austrocknen und nicht tiefschattig sein, weil die Farbe an lichteren Strandorten heller und vor allem gelber wirkt. Die heiße Sommersonne ist auf der andwren Seite erst recht nicht zuträglich, weil sie Sonnenbrandflecken auf den Blättern verursacht. Schattengartenpartie im Spätherbst. Der geschlitzte Holunder rechts trägt noch Laub un das Heuchera die zarten weißen Blütenrispen.Schattengartenpartie im Spätherbst. Der geschlitzte Holunder rechts trägt noch Laub un das Heuchera die zarten weißen Blütenrispen.

Die Pflanzen bilden daumendicke kurze, ein wenig verholzende Rhizome, die sich allmählich unter- oder auch oberirdisch ausbreiten. Diese kann man dort, wo es nicht passt, abnehmen und, soweit sich schon Wurzeln gebildet, an anderer Stelle neu einpflanzen. Das ist kinderleicht. Alles in allem demnach eine sehr pflegeleichte Pflanze! Füllstaude hin oder her. In meinem Garten erfüllt sie eine wichtige Funktion und macht kaum Ärger. Dieselbe Gartenpartie Anfang Januar - die Heucherapflanzen leuchten in der Sonne.Dieselbe Gartenpartie Anfang Januar - die Heucherapflanzen leuchten in der Sonne.

Möglich, liebe Leser, dass Sie jetzt nach so viel Lobpreisung gerne den Sortennamen wissen möchten. Da muss ich leider vorsichtig sein.. Ein Etikett war bei dem Geschenk nicht dabei und sähe in einer Bühnendekoration auch nicht gut aus. Das Bildmaterial im Internet Auffälliges Heuchera im Sommer; links ein belaubter Seidelbast, der in den vorangegangenen Bildern ohne Blätter in der linken Mitte zu sehen ist. Auffälliges Heuchera im Sommer; links ein belaubter Seidelbast, der in den vorangegangenen Bildern ohne Blätter in der linken Mitte zu sehen ist. hilft nicht unbedingt weiter, weil je nach Standort und Jahreszeit der Fotos der einschlägigen Sorten die Farbe zwischen gelb und hellgrün variiert, Sicher handelt es sich aber um eine Sorte von Heuchera villosa, dem zottigen  (villosa wörtlich übers.), besser Samt-Purpurglöckchen, wie man an der starken Behaarung der Stängel und der zarten Behaarung der Blätter, vor allem im Sommer, erkennen kann. Vermutlich ist es die Sorte ‘Citronelle'. Sorten, in denen Heuchera villosa steckt, gelten im Allgemeinen als langlebig, robust und wüchsig. Das kann ich für meine Pflanzen, die alle Ableger der ersten noch existierenden Pflanze aus dem „Abfall“ sind, bestätigen. 

Letztlich ist nicht die sichere Namensbestimmung, sondern die Qualität der Pflanze wichtig. Und die ist für mich in großem Ausmaß gegeben. 

 Literatur: Heuchera-Sichtung in Erfurt zu 180 Heuchera-Sorten:

https://tlllr.thueringen.de/fileadmin/TLLLR/Service/Veranstaltungen/Gartenbau/GaLaBau/2018/pacalaj_stauden_sichtung_lvg_ef_2018.pdf

 Bezugsquelle für Heuchera villosa ‘Citronelle‘ :z.B.: https://www.stauden-stade.dehttps://www.baumschule-horstmann.de/

mit netter Bescheibung.

 

         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         

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